Home
Lebensberatung
Einzelberatung
Paarberatung
Aufstellungen
Wege z. Herzen
Atmen zum Leben
MenschSein - Texte
Wie schön
Wege zur Heilung
DarfichdasNeuesein
Einsamkeit
Dankbarkeit
Jack Kornfield
Wege mit Herz
Bild von R.
Texte von R.
Tanzende Frauen
Wasser
Leere - Stille
Der Himmel
Ein Lächeln
Eine offen Tür
Ein zärtlicher Blick
Leben und Sterben 1
Leben und Sterben 2
Das Arbeitsparadies
Gästebuch Psy.
Organisationsber.
Zu meiner Person
Newsletter
Anfahrt
Kontakt
Stocherkahnfahrten
Partnerlinks Tüb.
Sitemap
Impressum
Webcams Tipps


Der Himmel

Es war einmal ein kleiner Heiliger, der hatte viele Jahre ein glückliches und zufriedenes Leben geführt. Als er eines Tages gerade in der Klosterküche beim Geschirrabwaschen war, kam ein Engel zu ihm und sprach: „Der Herr schickt mich zu dir und lässt dir sagen, dass es an der Zeit für dich sei, in die Ewigkeit einzugehen.“

„Ich danke Gott, dass er sich meiner erinnert“,
erwiderte der kleine Heilige.
„Aber du siehst ja, was für ein Berg Geschirr noch abzuwaschen ist. Ich möchte nicht undankbar erscheinen, aber lässt sich das mit der Ewigkeit nicht so lange hinausschieben, bis ich hier fertig bin?“

Der Engel blickte ihn nach Engelart weise und huldvoll an und sprach: „Ich werde sehen, was sich tun lässt“, und verschwand. Der kleine Heilige wandte sich wieder seinem Geschirrberg zu und danach noch allen möglichen anderen Dingen...

Eines Tages machte er sich gerade mit einer Harke im Garten zu schaffen, da erschien auf einmal wieder der Engel. Der Heilige wies mit der Harke gartenauf und gartenab und sagte: „Sieh dir das Unkraut hier an! Kann die Ewigkeit nicht noch ein bisschen warten?“ Der Engel lächelte und verschwand abermals.

Der Heilige jätete den Garten fertig, dann strich er die Scheune. So werkte er fort und fort, und die Zeit ging dahin ... Eines Tages pflegte er die Kranken. Er hatte eben einem fiebernden Patienten einen Schluck kühlen Wassers eingeflößt, da sah er, als er aufblickte, wieder den Engel vor sich.

Dieses Mal breitete der Heilige nur mitleidheischend die Arme aus und lenkte mit den Augen des Engels Blicke von einem Krankenbett zum anderen. Der Engel verschwand ohne ein Wort.

Als der kleine Heilige sich an diesem Abend in seine Klosterzelle zurückzog und auf sein hartes Lager sank, sann er über den Engel nach und über die lange Zeit, die er ihn nun schon hingehalten hatte. Mit einem Mal fühlte er sich schrecklich alt und müde, und er sprach:
„0 Herr, könntest du deinen Engel doch jetzt noch einmal schicken, er wäre mir sehr willkommen.“

Kaum hatte er geendet, stand der Engel schon da: „Wenn du mich nimmst“, sagte der Heilige,
„so bin ich nun bereit, in die Ewigkeit einzugehen!“

Der Engel blickte den Heiligen nach Engelart weise und huldvoll an und sprach: „Was glaubst du wohl, wo du die ganze Zeit gewesen bist?“

 


Institut Balance  |  info#at#institut-balance.de